Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise geben heute leicht nach. Brent-Rohöl kostet am Morgen knapp über 68 Dollar je Barrel. Das liegt noch immer am oberen Ende der Preisspanne in diesem Jahr, aber im Jahresvergleich bleibt Öl unerwartet billig.

Die täglichen Preisschwankungen sind derzeit relativ groß und folgen vor allem der Nachrichtenlage zur Irankrise. Im Moment stehen die Zeichen auf Entspannung. Vertreter des Iran und der USA wollen sich nun doch am Freitag im Oman zu Gesprächen treffen. Gestern sprangen die Ölpreise kurz nach oben, als zunächst eine Absage des Meetings im Raum stand.

Das Regime in Teheran hat jahrzehntelange Übung bei Verhandlungen über sein Atomprogramm, während die Trump-Administration relativ unerfahren ist und ungeduldig auftritt. Dennoch könnte es vorangehen, denn die iranischen Machthaber sitzen nach monatelangen Protesten im Inland und nach den Bombenangriffen Israels im letzten Jahr nicht mehr fest im Sattel. Ihre Milizen im Ausland, also vor allem Hamas und Hisbollah, sind stark geschwächt. Hinzu kommt, dass Trump außenpolitisch unberechenbar ist und aus einer Laune heraus militärische Angriffe anordnen könnte.

Es wäre also möglich, dass Teheran eher defensiv auftritt und rasch verbale Zugeständnisse macht. Eine Entspannung am Persischen Golf könnte die Ölpreise um einige Dollar je Barrel reduzieren.

Weitaus gedämpfter sind die Erwartungen am zweiten Verhandlungsort in der Region. In Abu Dhabi findet eine weitere Runde der trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA statt. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass Moskau greifbare Fortschritte wie üblich blockieren wird. Die USA wiederum wollen ihre Unterstützung für Kiew nicht ausweiten. Kaum jemand rechnet daher mit konkreten Ergebnissen.

Der dritte geopolitische Brennpunkt im Ölmarkt ist die Zusage Indiens, jetzt doch auf russisches Rohöl für seine Raffinerien zu verzichten. Das sollte eigentlich schon im letzten Jahr geschehen, aber das billige russische Öl bescherte dem importabhängigen Land zusätzliche Profite in Milliardenhöhe. Viele Raffinerien weigerten sich daher, die Lieferanten zu wechseln.

Das könnte sich nun aber allmählich ändern. Im Moment ist viel zu viel Öl auf den Weltmeeren unterwegs. Hunderte von Tankern werden als schwimmende Tanklager genutzt und suchen nach Kunden. Die indischen Ölimporteure haben daher freie Auswahl und könnten lukrative Deals abschließen, ohne sich in rechtliche Grauzonen mit russischem Öl begeben zu müssen.

Die internationalen Krisen liefern also kaum einen Vorwand für steil steigende Ölpreise. Unterstützung kam gestern eher aus dem amerikanischen Ölmarkt. Der Wochenbericht zeigte schrumpfende Bestände an Rohöl und Diesel/Heizöl. Die Folgen der Winterstürme werden allmählich sichtbar.

Hier zusammenfassend die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -11,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -5,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,8 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,7 Mio. Barrel (API)

Die gemischte Nachrichtenlage sorgt am Morgen für einen vorsichtigen Start an den Ölbörsen. Brent-Rohöl kostet aktuell 68,32 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 64,06 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 698,50 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8472 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1799 Dollar.

Nationaler Markt

Auch die Heizölpreise in Deutschland bleiben am oberen Ende der Preisspanne in diesem Jahr. Die leichte Entspannung im Rohölmarkt wird heute durch den schwächeren Euro ausgeglichen. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von knapp 93 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).

Das ändert jedoch nichts am langfristigen Trend. Seit einem Jahr bewegen sich Preise eher seitwärts. Viele Verbraucher bleiben daher entspannt und warten auf günstigere Kaufgelegenheiten. Die Erwartungen sind verhalten. Fast ein Drittel der Stimmen setzen in der täglichen Lesereinschätzung auf steigende Heizölpreise.

Die Zahl der Bestellungen bleibt in dieser Woche unter dem Durchschnitt. Der Kaufdruck schwankt je nach Region. Im Norden und Osten des Landes sinken die Tankpegel durch die anhaltende Kälte, aber dafür gibt es im Süden und Westen Deutschlands nahezu frühlingshafte Temperaturen.

Die abwartende Haltung im Heizölmarkt ist verständlich. Die Preise könnten bei einer Entspannung in der Irankrise rasch wieder nachgeben. Aber die Lage bleibt unsicher. Wer Risiken aus dem Weg gehen will, kann schon heute zu moderaten Preisen ordern.

Dabei gilt aber nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil