Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise fielen gestern zunächst auf den tiefsten Stand seit Beginn des Irankonflikts. Die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran hatte zunächst für Optimismus gesorgt. Doch bei 76 Dollar je Barrel war Schluss.

Alle „Good News“ waren offenbar eingepreist. Immer mehr Tanker mit insgesamt 85 Mio. Barrel Öl machten sich auf den Weg Richtung Meeresenge. Drei saudische Tanker mit 6 Mio. Barrel Öl an Bord konnten die Straße von Hormus ohne Probleme passieren. Kuwaits Ölindustrie versprach, binnen einer Woche drei Viertel der Vorkriegsproduktion zu erreichen. Auch der Irak gab sich zuversichtlich.

Doch dann kippte die Stimmung an den Ölbörsen. Erste Zweifel meldeten sich. Brent-Rohöl steht heute Morgen wieder knapp über 80 Dollar je Barrel.

Die Trendwende kommt nicht unerwartet, denn das Rahmenabkommen, das erst der Startschuss für die Atomverhandlungen sein soll, fällt nicht nur klar zugunsten Teherans aus. Es lässt auch zentrale Fragen unbeantwortet.

Vor allem die fehlende Einbindung Israels machte sich jetzt bemerkbar. Tel Aviv will sich nicht aus dem Südlibanon zurückziehen, solange die Terrormilizen der Hisbollah noch aktiv sind. Teheran besteht jedoch auf dem Rückzug und wird, so die einhellige Einschätzung, die Hisbollah und andere Terrororganisationen mit den jetzt wieder sprudelnden Öleinnahmen wieder aufbauen und stärken.

Unklar ist auch, wie es mit der Straße von Hormus weitergehen soll. Es soll zwar kein offizielles Zollregime geben, aber Iran und Oman planen offenbar die Einführung von Abgaben oder Gebühren. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Bald komme eine „Wasseroberflächennutzungsgebühr“, witzeln die ersten Kommentare.

Da das Abkommen den Rückzug amerikanischer Truppen vorsieht und dem Ausbau des iranischen Raketenprogramms nicht entgegensteht, könnte Teheran die Straße von Hormus jederzeit wieder schließen und die Nachbarstaaten militärisch in Schach halten.

Im Moment geht es nicht mehr voran: Teheran und Washington sagten den für heute geplanten Start der Verhandlungen in der Schweiz ab. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt.

US-Präsident Trump hat offenbar erst einmal genug vom Thema Iran und überlasst die eigentlichen Verhandlungen seinem Vizepräsidenten. Auf dem G7-Treffen in Evian wurde beschlossen, dass nun der Ukrainekrieg stärker im Mittelpunkt stehen soll.

Der Zeitpunkt scheint günstig. Ukrainischen Drohnen gelang erneut ein spektakulärer Angriff auf die russische Ölinfrastruktur. Die stadtnahe Großraffinerie steht in Flammen. Zahlreiche Filmaufnahmen zeigen dichte Rauchwolken über Moskau. Ein riesiger Öltankdeckel flog wie eine Frisbee-Scheibe durch die Luft.

Landesweit gibt es eine Knappheit an Benzin, so dass Russland nun sogar Kraftstoffe importieren muss. Die Rohölexporte bleiben allerdings auf einem hohen Niveau. Sie könnten sogar steigen, da durch den Ausfall der Raffinerien immer weniger Rohöl im eigenen Land verarbeitet werden kann.

Zum Wochenausklang zeigen die Ölbörsen noch immer niedrige Rohölnotierungen. Sie liegen nun allerdings einige Prozentpunkte über den Tiefstwerten. Brent-Rohöl kostet aktuell 80,45 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 77,61 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 889,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8734 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1447 Dollar.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bleiben bisher auf dem Stand des Vortags. Die höheren Rohölpreise und der Preiseffekt des schwächeren Euros werden noch nicht weitergegeben. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen unveränderten landesweiten Durchschnittspreis von 108 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).

Der Heizölmarkt blieb auch in dieser Woche ruhig. Die Kaufbereitschaft ist gering.

Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, rät unverdrossen zum Kauf. Doch die Kundschaft wartet auf noch bessere Zeiten. In der täglichen Lesereinschätzung erwarten nach wie vor 90 Prozent der Voten fallende Heizölpreise.

Das war bisher ein guter Ansatz. Aber der Trend könnte schnell kippen. Die Entwicklung sollte jetzt zeitnah verfolgt werden. Wenn der Preisaufschlag nicht zu groß ist, könnte auch die Bestellung einer Teilmenge die Risiken erst einmal verringern.

Dennoch gilt: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil