Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Bei den Ölpreisen geht es in dieser Woche wieder nach oben. Die Gegenvorschläge Teherans zeigen, wie weit die Positionen der beiden Konfliktparteien auseinander liegen. US-Präsident Trump nannte sie „einen Haufen Müll“, gab sich wie üblich siegessicher und drohte neue Bombenangriffe an. Doch tatsächlich herrscht bei der Laientruppe im Weißen Haus völlige Ratlosigkeit. In Gedanken ist man wohl bereits in China, wo in dieser Woche ein Gipfeltreffen der beiden Supermächte ansteht.

Um die Straße von Hormus zu sichern, müssten die USA Bodentruppen einsetzen. Das wäre ein innenpolitisch extrem unpopulärer und militärisch riskanter Schritt. Also bleibt vorerst alles beim Alten. Die Ölversorgung aus dem Persischen Golf kommt nicht in Gang und weltweit müssen die Vorräte in den Tanklagern immer weiter geleert werden.

Bisher wurde der Ölmarkt durch höhere Exporte aus den USA und geringere Importe in China entlastet. Doch das wird in absehbarer Zeit enden. In den USA schrumpfen die strategischen Reserven jeden Tag um 1 Mio. Barrel. In den Tanklagern und Kavernen sind jetzt noch knapp 400 Mio. Barrel.

Spätestens im Herbst müssen sich die USA also eine andere Lösung überlegen. Jetzt sollen erst einmal die Spritsteuern ausgesetzt werden, um die Tankstellenpreise zu senken. Auch dem Land mit der weltweit höchsten Ölproduktion fällt also nichts besseres ein als dem importabhängigen Deutschland.

Trotz der immer dramatischeren Warnungen aus dem Ölmarkt bleiben die globalen Finanzmärkte und die Regierungen in den meisten Staaten erstaunlich entspannt. Die Prognosen sehen den Preis für Brent-Rohöl jetzt immer häufiger bei 150 Dollar je Barrel, wenn die Blockade der Straße von Hormus noch bis in den Sommer hinein andauern sollte.

Das wäre ein Anstieg um fast 50 Prozent gegenüber den aktuellen Werten. Tankrabatte, die den Spritpreis unter 2 Euro je Liter halten, wären dann auch für reiche Länder auf die Dauer nicht mehr finanzierbar.

Am heutigen Vormittag kostet Brent-Rohöl kurz nach dem Handelsstart 106,21 US-Dollar je Barrel . Die US-Rohölsorte WTI steht bei 100,41 US-Dollar je Barrel . Rotterdamer Gasoil wird zu 1.207,25 Dollar je Tonne gehandelt . Der US-Dollar ist 0,8510 Euro wert . Der Euro steht bei 1,1747 Dollar.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich seit der letzten Woche seitwärts. Der Anstieg der Rohölpreise macht sich nicht bemerkbar, weil die Preise für Gasoil, das Vorprodukt der Raffinerien für Diesel und Heizöl, im Moment stabil bleiben. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt daher am Morgen einen nur wenig veränderten landesweiten Durchschnittspreis von 127 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).

Der deutsche Heizölmarkt bleibt ruhig. Viele Haushalte haben noch Vorräte im Tank und hoffen unverdrossen auf einen Preisrutsch. Die Preisunterschiede zwischen den Regionen bleiben im üblichen Rahmen.

Das gilt auch für Brandenburg und Berlin. Die Region wird vor allem über die PCK Raffinerie in Schwedt versorgt. Ein Viertel der Produktion hängt dort von Rohöllieferungen aus Kasachstan ab. Doch Moskau blockiert den Transit seit Anfang Mai, um Berlin und Brüssel unter Druck zu setzen.

Gestern reiste Wirtschaftsministerin Reiche nach Schwedt. Eine Lösung konnte sie noch nicht präsentieren, aber immerhin laufen jetzt Gespräche mit Polen. Über den Seehafen Danzig könnten zusätzliche Rohölmengen nach Schwedt gepumpt werden, aber letztlich müssen sich jetzt erst einmal die Ölfirmen über Mengen und Preise einigen. Sollten sich die Verhandlungen in die Länge ziehen oder scheitern, müssten weite Regionen Ostdeutschlands einen Teil ihres Heizöls aus anderen Landesteilen importieren. Die höheren Transportkosten werden die Heizölpreise dann entsprechend erhöhen.

In der täglichen Lesereinschätzung werden solche Sorgen noch nicht sichtbar. Noch immer erwartet eine Mehrheit der Stimmen einen Rückgang der Heizölpreise. Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, hält hingegen an seiner Kaufempfehlung fest.

Fazit: Abwarten ist jetzt nicht unbedingt die beste Lösung. Die Situation am Persischen Golf ist verfahren. Die Lagerbestände schrumpfen weltweit so schnell wie nie zuvor. Früher oder später wird es mit der Ruhe an den Märkten vorbei sein. Die Preise könnten dann rasch anziehen. Wer solchen Risiken aus dem Weg gehen will, sollte jetzt zumindest eine Teilmenge ordern, um für die nächsten Monate gewappnet zu sein.

In der aktuellen Situation gilt daher mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil