Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Erst gab es keinen Deal und dann drohten die Friedensgespräche zwischen USA und Iran gänzlich zu scheitern, weil Israel erneut versucht hat, die Hamas im Libanon vernichtend zu schlagen. Das trieb gestern nicht nur die Ölpreise, sondern auch die Wut des US-Präsidenten auf seinen israelischen Amtskollegen Netanjahu in die Höhe. Zwischenzeitlich stieg Öl um sieben bis zehn Prozent. Ganz so übel endete der Tag schließlich nicht. Die Gespräche gelten eher als pausiert und die Preise stiegen nur um drei Prozent für Rohöl Brent und fünf Prozent für Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl und Diesel.

Konkret heißt es, dass die iranischen Verhandler die Gespräche mit den USA gestoppt haben. Als Reaktion auf Israels Angriffe im Libanon plant der Iran demnach gemeinsam mit verbündeten Milizen im Jemen, Libanon und Irak eine Widerstandsfront gegen Israel und dessen Verbündete. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören eine mögliche Sperrung der Straße von Hormus sowie eine Ausweitung des Konflikts auf weitere Regionen, zum Beispiel durch Angriffe der Huthi-Miliz auf wichtige Schifffahrtsrouten im Roten Meer. Eine offizielle Bestätigung dieser Pläne gibt es bisher nicht. Allerdings deutete Irans Außenminister Araghtschi an, dass Verstöße gegen Waffenruhen Konsequenzen an mehreren Konfliktfronten haben können.

US-Präsident Trump sendete widersprüchliche Signale zu den Verhandlungen mit dem Iran. Zunächst erklärte er, es sei ihm egal, ob die Gespräche fortgesetzt würden, kurz darauf betonte er jedoch, dass die Verhandlungen weiterliefen und ein Abkommen möglicherweise noch in dieser Woche unterzeichnet werden könne. Zudem sagte er, ihm sei nicht bekannt, dass der Iran die Gespräche ausgesetzt habe. Gleichzeitig stellte Trump klar, dass ein möglicher Abbruch der Verhandlungen nicht automatisch zu neuen Militärschlägen führen würde. Die implementierten US-Sanktionen und die Blockade iranischer Häfen sollen jedoch bestehen bleiben. Besser kann man Ratlosigkeit wohl kaum umschreiben. Diese wird in Teilen der Aufregung über Israels Libanon-Eskapade geschuldet sein.

Schon vor dem aufregenden Montag hatte der Chef des US-Ölgiganten Chevron, Mike Wirth, darauf aufmerksam gemacht, dass die Risiken für die Schifffahrt im Persischen Golf trotz möglicher Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hoch bleiben. Nach seinen Angaben wurden in den vergangenen Tagen mehrere Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Deshalb dürften Reedereien und Versicherer auch bei einer politischen Einigung zunächst vorsichtig bleiben und die Sicherheit der Route genau prüfen. Zudem lehnt Chevron die vom Iran vorgeschlagenen Transitgebühren für die Straße von Hormus ab. Wirth betonte, dass die freie Schifffahrt auf internationalen Wasserwegen ein grundlegendes Prinzip des Völkerrechts sei und Gebühren an dieser Meerenge weltweit Nachahmer an anderen wichtigen Handelsrouten finden könnten.

Fazit: Mit einem Deal wird die Normalisierung der Verhältnisse auf dem globalen Ölmarkt Geduld erfordern. Mit der Aussicht auf einen Deal wird der Geduldsprobe eine Phase hoher Volatilität vorausgehen, in der die Preise immer wieder von Hoffnung gebändigt werden. Im Fall eines endgültigen Abbruchs der Verhandlungen wird Öl teuer werden. Dabei kann es die bisherigen Höchststände während des Iran-Konflikts schnell übertreffen.

Heute Morgen handelt man an den Börsen die Zwischenphase. Die Ölnotierungen befinden sich auf dem Rückweg zu den gestrigen Tagestiefstständen mit der Chance sogar in Richtung der Freitagstiefs durchzuziehen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 90,72 Dollar und das Barrel Brent zu 93,40 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.046,00 Dollar . Der US-Dollar kostet aktuell 0,8584 Euro . Damit kostet der Euro 1,1647 Dollar .

Nationaler Markt

Wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt, ist Heizöl heute Morgen teurer als gestern Früh. Das entspricht noch nicht den aktuellen Vorgaben vom internationalen Markt. Diese werden im Laufe des Tages eingepreist. Es bleibt abzuwarten, ob die Vorgaben dann wieder teurer oder die Heizölpreise günstiger sind. Im Vergleich zum Vorprodukt Gasöl ist der Heizölpreis dennoch gut, da sein Kriegsaufschlag geringer ausfällt als der des Gasöls. Der Heizölhandel bietet die Ware aufgrund der dürftigen Nachfrage zu Preisen an, die die Kosten oft nicht decken. Das zeugt von einem intakten Marktverhalten.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist gebremst. Gebremst wird nun auch die euphorische Hoffnung auf tiefere Preise. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem beschaulichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Man wird sich leider für längere Zeit an das erhöhte Preisniveau gewöhnen müssen. Deshalb sei daran erinnert, dass die Bestellung einer Teilmenge, immer eine Option zum Volltanken ist.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Quelle: esypoil