
Internationaler Markt
Die Ölpreise blicken heute Morgen auf turbulente 24 Stunden zurück. Aktuell steht Brent-Rohöl bei 101 Dollar je Barrel. Das sind 12 Dollar weniger als gestern um diese Uhrzeit.
Die Ölpreise fielen gestern schlagartig um zehn Prozent, als US-Präsident Trump ein Ultimatum, das wenige Stunden später auslaufen sollte, um fünf Tage verlängerte. Darin hatte Trump mit der Zerstörung ziviler Kraftwerke gedroht, falls Teheran nicht die Öffnung der Straße von Hormus garantieren sollte.
Er begründete die Verschiebung zur Überraschung der Medienvertreter mit erfolgreich verlaufenden Verhandlungen mit dem Iran. Es gebe eine große Übereinstimmung in nahezu allen Punkten.
Wie so oft in den letzten Monaten nahmen Händler und Börsenspekulanten Trumps Statements für bare Münze und lösten ihre Wetten auf steigende Ölpreise auf. Da alle gleichzeitig zum Ausgang stürmten, brachen die Preise für die Ölsorte Brent in wenigen Minuten von 112 auf 98 Dollar je Barrel ein.
Nur wenige Minuten später kam das Dementi aus Teheran. Die staatliche Nachrichtenagentur teilte mit, dass es weder direkte noch indirekte Gespräche mit der Staatsführung gegeben habe. Trump musste einräumen, dass es lediglich einen Austausch mit einer „respektierten Führungspersönlichkeit“ gegeben habe und verstrickte sich im Laufe des Tages in eine Reihe von Widersprüchen.
Aber da hörten die Trader schon nicht mehr zu. Ab jetzt schien es vielen Spekulanten zu riskant, auf steigende Ölpreise zu setzen. Die Preise blieben auf dem abgesenkten Niveau. Auch die wichtigsten Ölprodukte verloren an Wert. Gasoil/Diesel gab in Europa im Tagesverlauf um über 15 Prozent nach.
Am Tag danach erscheint die Trump-Volte schon wieder in einem neuen Licht. Finanzagenturen melden, dass es wenige Minuten vor dem Trump-Statement einen sehr ungewöhnlichen Anstieg von Wetten auf fallende Ölpreise und steigende Aktienpreise gab. Der nominelle Wert lag bei zwei Milliarden Dollar. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Trump-Clan und seine unmittelbare Umgebung im Verdacht stehen, Insiderhandel und Amtsmissbrauch zur persönlichen Bereicherung zu betreiben.
Brent-Rohöl kostet kurz nach Börseneröffnung in Europa 101,07 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 90,16 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1249,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8624 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1592 Dollar.
Nationaler Markt
Die Vermutung, dass die „Preise steigen wie Raketen, aber fallen wie Federn“, kann in diesen Tagen überprüft werden. Die Rohölpreise und die Preise für Gasoil, das Vorprodukt von Diesel und Heizöl, sind um zehn Prozent gefallen.
Auch die Heizölpreise geben am Morgen deutlich nach. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 142 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind sechs Euro weniger als gestern. Auch wenn man Steuern und fixe Abgaben herausrechnet, bleibt also noch etwas Luft nach unten. Deutlich mehr Widerstand leisten die Tankstellenpreise. Dort geht es am Morgen nur im Zeitlupentempo nach unten.
Die Zahl der Bestellungen im Heizölmarkt ist nach wie vor sehr gering. Aber immerhin verbessert sich die Stimmung. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt, dass die Preispessimisten jetzt in der Minderzahl sind. Eine leichte Mehrheit erwartet fallende Heizölpreise.
Möglicherweise haben die Heizölpreise ihren Höhepunkt erreicht oder überschritten. Wer demnächst nachbestellen muss, sollte jetzt am Ball bleiben und die Entwicklung in den nächsten Tagen verfolgen. Wer noch große Reserven im Tank hat, kann in Ruhe abwarten.
In diesen turbulenten Wochen gilt jedoch mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Quelle: esyoil