Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Der Preis für Rohöl hat sich gegenüber gestern nur wenig verändert und steht am Morgen zwischen 95 und 96 Dollar je Barrel. Für die gesamte Woche bedeutet das den stärksten Anstieg seit Mitte Juli.

Auslöser sind die wieder aufgeflammten Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran. Der Krieg geht also weiter. Die Trump-Administration wirkt ratlos und will die Verhandlungen nicht wieder aufnehmen. Teheran gibt ebenfalls nicht nach, während Israel den Iran weiter schwächen will. US-Vizepräsident JD Vance lieferte erst gestern wieder einen Beleg für die Realitätsverdrängung. Der Krieg sei schon vor vielen Wochen beendet worden, behauptete er. Stattdessen schwurbelte Vance lieber über den kommenden Weltuntergang.

An der Meerenge von Hormus verschärft der Iran unterdessen die Kontrollen. Die sogenannte Persian Gulf Strait Authority hat weitere Schiffe auf eine schwarze Liste gesetzt. Wer dort steht, riskiert bei einer Durchfahrt Geldstrafen oder die Festsetzung.

Eine Ausnahme macht Teheran inzwischen beim Nachbarland Irak, das politisch in Teilen vom Iran kontrolliert wird. Bagdad hat seine Ausfuhren im August von 1,35 auf 2,34 Mio. Barrel täglich ausgeweitet. Die freie Passage für irakische Tanker und kräftige Preisnachlässe locken Käufer aus ganz Asien an.

Trotzdem gibt es Probleme. Das gilt vor allem für chinesische Raffinerien. Die üblichen Rabatte für iranisches Exportöl sind im Moment außer Reichweite, da die US-Marine nach wie vor iranisches Tankeröl blockiert. Russisches Öl in Ostasien wiederum ist in den letzten Monaten teuer geworden.

Andererseits sind die Raffineriemargen so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das gilt mittlerweile nicht nur für Diesel, sondern auch für Benzin. Weltweit fahren die Mineralölverarbeiter Rekordgewinne ein. Knappe Lagerbestände, Raffinerieausfälle sowie die Krisen am Persischen Golf und in Russland sorgen dafür, dass ein Allzeithoch nach dem anderen übersprungen wird.

Aber auch in Peking mehren sich die Sorgenfalten. Washington will offenbar dafür sorgen, dass Venezuela seine ausstehenden Schulden an China nicht wie bisher mit Öllieferungen begleicht. Nach Medienberichten geht es um etwa 10 Milliarden Dollar. Das Regime in Caracas hatte in den letzen 20 Jahren hohe Kredite in China aufgenommen, um seine maroden Staatsfinanzen über Wasser zu halten.

Die Ölbörsen starten am Morgen uneinheitlich in den letzten Handelstag der Woche. Brent-Rohöl kostet aktuell 95,55 US-Dollar je Barrel . Die US-Rohölsorte WTI steht bei 91,49 US-Dollar je Barrel . ICE-Gasoil wird zu 1397,50 Dollar je Tonne gehandelt Der US-Dollar ist 0,8598 Euro wert Der Euro notiert bei 1,1629 Dollar .

Nationaler Markt

Heizöl bleibt zum Wochenende in der Nähe der 150-Euro-Marke. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 150,05 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Der Preis bleibt damit in der Nähe des Jahreshochs.

Die Kaufbereitschaft ist weiter gefallen. Auch die Zahl der Bestellungen sinkt wieder. Das Preisniveau schreckt offenbar viele Verbraucherinnen und Verbraucher ab. Nach der plötzlichen Bestellflut in der letzten Woche können die Händler jetzt wieder ihre Vorräte aufstocken. Das wird auch nötig sein, denn Branchendienste melden, dass die Heizöltanks geringere Füllstände als in den Jahren zuvor aufweisen.

In der täglichen Lesereinschätzung keimt jedoch wieder Hoffnung auf: 55 Prozent der Stimmen rechnen jetzt mit fallenden Preisen, 45 Prozent erwarten weitere Aufschläge. Gestern war es umgekehrt. Trotzdem gilt nach wie vor, dass ein merklicher Preisrutsch nicht in Sicht ist. Abwarten ist eine riskante Wette.

Quelle: esyoil