
Internationaler Markt
An den Ölmärkten wächst die Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf. Brent-Rohöl bleibt am Morgen unter der Marke von 80 Dollar je Barrel. US-Präsident Trump bestätigte am Mittwoch, dass Washington weiter mit Teheran im Gespräch sei. Neue Militärschläge wurden nicht angekündigt. Iran und Oman haben sich offenbar auf die geografischen Eckpunkte einer sicheren Route durch die Straße von Hormus verständigt.
Zumindest in der Straße von Hormus schweigen im Moment die Waffen. Ganz ausgeräumt sind die Risiken damit aber nicht. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete in der Nacht Explosionen in der Nähe eines Tankers. Die Ursache und der Umfang der Schäden sind noch unklar.
Im Roten Meer und im Golf von Aden ist die Lage hingegen nach wie vor gefährlich. Die Huthi-Miliz griff erneut saudische Öltanker an, nach eigenen Angaben auch mit modernen Marschflugkörpern. Die Miliz droht, ihre Angriffe auf saudische Schiffe in den nächsten Tagen fortzusetzen.
Unter dem Strich fehlen dem Ölmarkt noch immer erhebliche Ölmengen. Die Exporte der Golfstaaten liegen nach letzten Schätzungen 40 Prozent unter dem Vorkriegsniveau. Aber der Markt kann sich damit arrangieren: Niedrige chinesische Ölimporte, hohe amerikanische Ölexporte und der Lagerabbau in vielen Regionen reichten aus, um zumindest den Rohölmarkt im Gleichgewicht zu halten. Nur bei einzelnen Ölprodukten wie Diesel gibt es immer wieder regionale Probleme.
Der gestrige Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt bestätigte die Entspannung. Der Abbau der staatlichen Ölbestände (SPR) blieb unter drei Millionen Barrel. Die gewerblichen Rohölbestände erholten sich leicht von ihrem tiefsten Stand seit 2018. Die Diesel-Exporte der USA sprangen allerdings auf einen neuen Rekordwert, was die Destillatbestände belastete.
Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:
∙ Rohöl: +2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,7 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -2,8 Mio. Barrel (DOE)
Die Preise an den Ölbörsen bewegen sich zum Handelsstart nur wenig. Brent-Rohöl kostet aktuell 79,74 US-Dollar je Barrel Die US-Rohölsorte WTI steht bei 75,41 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1152,00 Dollar je Tonne gehandelt Der US-Dollar ist 0,8659 Euro wert . Der Euro steht bei 1,1546 Dollar .
Nationaler Markt
Die Entspannung an den internationalen Ölbörsen zeigt sich auch im deutschen Heizölmarkt. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 124,55 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).
Extrem niedrige Pegel am Rhein sorgen dafür, dass Tankschiffe überhaupt nicht oder nur mit geringer Ladung fahren können. Das führt zu großen Preisdifferenzen. In der Nähe großer Raffinerien, die dank Pipelineanschluss nicht auf Binnenschiffe angewiesen sind, gibt es eher zu viel Heizöl und Kraftstoffe; in anderen Regionen wird die Lage immer schwieriger.
Nach dem Preisrückgang in den letzten Tagen um insgesamt zehn Euro ist die Zahl der Bestellungen deutlich gewachsen. Die Kaufbereitschaft liegt im mittleren Bereich. Das esyoil Tiefpreissystem, das Preistrends auswertet, gibt nach langem Schweigen wieder eine Kaufempfehlung aus.
Die Lesereinschätzung zeigt einen ausgeprägten Optimismus: 78 Prozent der Stimmen rechnen mit weiter fallenden Preisen, nur 22 Prozent erwarten einen Anstieg.
Auch wenn die Zeichen am Persischen Golf aktuell auf Entspannung stehen, ist die Versorgungslage alles andere als problemlos. Eine militärische Eskalation ist jederzeit wieder möglich. Und noch immer ist unklar, wie lange die Versorgungsprobleme entlang des Rheins anhalten.
Quelle: esyoil