Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Brent-Rohöl notiert am Mittwochmorgen bei 105,40 Dollar je Barrel, nachdem die Ölpreise gestern in der zweiten Tageshälfte anzogen.

Die Sorgen vor Angebotsausfällen in den Krisengebieten im Nahen Osten wachsen wieder. Wegen der zunehmenden Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus, halten sich Reeder mit der Entsendung von Supertankern in die Region zurück. Gleichzeitig verschärft sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen. Die Huthi-Miliz warnte gestern vor Angriffen auf Anlagen des staatlichen saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco. Zudem erklärte sie Flughäfen in ganz Saudi Arabien zu legitimen Angriffszielen. Am Wochenende war bereits der internationale Flughafen von Riad getroffen worden.

Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bringt erneut Unsicherheit für den Ölmarkt. Die von US-Präsident Trump am vergangenen Wochenende überraschend verkündete „Energie-Waffenruhe“ scheint bereits gebrochen zu sein. Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Russland mehrere Drohnenangriffe auf Energieanlagen vor. Die Meldungen verstärkten gestern den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise. Zugleich bleibt fraglich wie es im Hinblick auf Trumps Diesel-Deal mit Russland weitergeht. Können die vereinbarten russischen Diesellieferungen für die USA mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein? Wird Russland überhaupt in der Lage sein bei anhaltenden Angriffen auf seine Raffinerien größere Mengen zu liefern?

Heute Morgen meldet das saudisches Energieministerium einen Angriff auf die Aramco-Zentrale im Osten des Landes, der einen Brand ausgelöst haben soll. In dem betroffenen Gebäudeteil befindet sich ein wichtiges operatives Zentrum des Ölkonzerns. Ob der Vorfall den Betrieb einschränkt, ist bislang unklar. Allerdings macht das Ereignis deutlich, wie verwundbar die Energieinfrastruktur in der Region bleibt. Im September war bereits die Ost-West-Pipeline zum Ziel geworden und vorübergehend ausgefallen. Seit ihrer Wiederinbetriebnahme wird wieder mehr als 80 Prozent der zuvor transportierten Ölmenge zum Rotmeerhafen Yanbu geleitet. Die Pipeline ist damit weiterhin eine wichtige Ausweichroute für saudische Ölexporte, bleibt aber selbst auch ein potenzielles Angriffsziel.

Die geopolitischen Risiken halten den Ölmarkt in erhöhter Alarmbereitschaft. Neue Angriffsmeldungen oder Hinweise auf mögliche Versorgungsunterbrechungen können die Notierungen deutlich bewegen.

Die Ölpreise starten auf dem erhöhten Niveau, das sie Dienstagabend erreicht hatten. Zur Stunde geben die Preise leicht nach. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 94,10 Dollar Brent kostet 105,37 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 1459,50 Dollar gehandeltDer US-Dollar kostet heute Morgen 0,8930 Euro Damit ist der Euro 1,1195 Dollar wert .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen heute Morgen und folgen damit der jüngsten Aufwärtsbewegung am internationalen Markt. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 172,50 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Die geopolitischen Krisenherde im Nahen Osten und in Europa stützen die Preise. Hinzu kommen die anhaltend niedrigen Pegelstände auf dem Rhein, die den Transport von Öl auf dem Wasserweg hierzulande erschweren und die Frachtraten hoch halten.

Mit Beginn der Heizperiode ist die Heizölnachfrage dennoch deutlich angesprungen. Viele Kunden hatten im Sommer abgewartet und auf günstigere Preise im Herbst gehofft. Das Gegenteil ist nun eingetreten. Gleichzeitig ist die Zuversicht auf günstigere Kaufgelegenheiten gering: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen lediglich 60 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert. Gleichzeitig müssen viele Haushalte ihre Heizölvorräte mit Blick auf den Winter auffüllen.

Was bedeutet das für alle, die noch unentschlossen sind? Eine nachhaltige Entspannung der Heizölpreise ist derzeit nicht absehbar. Wer Nachschub benötigt, kann mit einer Teilbestellung den akuten Bedarf decken, während die Möglichkeit bestehen bleibt, bei nachgebenden Heizölpreisen nachzukaufen. Analysten rechnen damit allerdings erst im kommenden Jahr.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Quelle: esyoil