
Internationaler Markt
Die Ölpreise sind heute Morgen nach oben gesprungen, nachdem es in der Nacht eine neue Welle von Angriffen am Persischen Golf gegeben hat. Die zarte Hoffnung auf Verhandlungen, die nach der Angriffspause seit vergangenem Freitag aufgekeimt war, ist damit erneut verflogen. Die Zeichen stehen wieder auf Eskalation. Brent-Rohöl eröffnet heute bei 87,20 Dollar je Barrel.
Nach US-Angaben sollen die iranischen Revolutionsgarden drei Tanker mit Raketen getroffen und gestoppt haben. Zudem soll sowohl ein US-Luftwaffenstützpunkt als auch ein Kommandozentrum in Jordanien angegriffen worden sein. Das US-Militär griff seinerseits zusammen mit Saudi-Arabien mutmaßliche Terroristen im Irak an, die mit dem Iran verbündetet sein sollen. Diese hätten laut Angaben des US-Militärs zuvor saudische Energieinfrastruktur beschossen.
Am Ölmarkt wachsen die Sorgen vor länger anhaltenden Angebotsausfällen durch Angriffe auf Ölinfrastruktur und durch Seeblockaden. Entsprechend steigt die geopolitische Risikoprämie wieder. Zumal es in einem zentralen Streitpunkt keinerlei Fortschritte gibt. Der Iran hat inzwischen Omans Vorschlag für eine gemeinsame Verwaltungszone in der Straße von Hormus zurückgewiesen. Der Vorschlag sah vor, die Schifffahrtsrouten durch die Meerenge hälftig aufzuteilen, und wurde von weiteren Anrainerstaaten unterstützt. Teheran fordert jedoch die vollständige Kontrolle über die einlaufende Fahrrinne und eine Teilkontrolle der auslaufenden Route und damit über weite Teile des Nadelöhrs, das den Persischen Golf mit dem Weltmarkt verbindet.
Aktuell passieren wegen der Gefahrenlage weiterhin nur wenige Handelsschiffe die Meerenge. Auf der Ausweichroute im Roten Meer durch die Straße von Bab-al-Mandab, die vor allem für saudische Ölexporte genutzt wird, werden immer wieder Tanker von Huthi-Rebellen aus dem angrenzenden Jemen attackiert.
Die Ölförderländer aus der Region arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Exportwege widerstandsfähiger zu machen. Der Aufbau sicherer Alternativrouten für Ölexporte aus dem Nahen Osten wird allerdings Zeit benötigen. Doch schon jetzt ist klar, dass sich die Lieferstrukturen im internationalen Ölhandel verändern werden. Die Rückkehr zu den altbewährten Exportwegen erscheint zunehmend unwahrscheinlich.
Nach dem kräftigen Anstieg zu Handelsbeginn pendeln die Ölpreise derzeit seitwärts. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 82,42 Dollar . Brent kostet 87,61 US-Dollar das Barrel Eine Tonne Gasöl wird zu 1.284,75 Dollar gehandelt Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8776 Euro Damit ist der Euro für 1,1392 Dollar zu haben .
Nationaler Markt
Die Heizölpreise ziehen weiter an. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt am Morgen in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 133,45 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Nach einigen Tagen relativer Ruhe ist der militärische Schlagabtausch am Persischen Golf rund um die Straße von Hormus in der vergangenen Nacht erneut aufgeflammt. Das lässt die Rohölpreise wieder steigen. Somit laufen sie jetzt in die gleiche Richtung wie die Gasölpreise. Hinzu kommen die niedrigen Pegelstände auf vielen Wasserstraßen im Binnenland, was die Transportkosten deutlich erhöht. Diese Faktoren setzen die Heizölpreise weiter unter Aufwärtsdruck.
Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden steht auf der niedrigsten Stufe. Gleichzeitig überwiegt die Hoffnung auf günstige Kaufgelegenheiten: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen 66 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen. Das ist allerdings ein vergleichsweise zurückhaltender Wert.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und birgt weiteres Aufwärtspotenzial für die Heizölpreise. Gleichzeitig dürfte die aktuelle Hitzewelle die Niedrigwassersituation auf den Binnenwasserstraßen verschärfen und den Transport von Heizöl verteuern. Damit bleibt die Aussicht auf bald sinkende Heizölpreise begrenzt. Wer kurzfristig Nachschub benötigt, ist mit einer Teilbestellung derzeit weiterhin auf der sicheren Seite.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Quelle: esyoil