
Internationaler Markt
Auch in der fünften Kriegswoche ist kein Ende des Konflikts am Persischen Golf in Sicht. Im Ölmarkt steigt die Nervosität wieder an. Brent-Rohöl kostet aktuell 116 Dollar je Barrel. Das liegt nur knapp unter dem bisherigen Krisenhoch. Der Preis gilt für den Lieferkontrakt, der morgen ausläuft. Der neue Kontrakt, der ab dem 1. April den Ton angibt, steht bei 109 Dollar je Barrel.
In Asien sind die letzten Öltanker, die noch vor dem Krieg abgelegt haben, bereits angekommen. Die Region ist am stärksten vom Persischen Golf abhängig. Die Demand Destruction, also die erzwungene Verringerung der Nachfrage, ist in vielen Ländern der Region bereits sichtbar. Entweder verordnen die Behörden Sparmaßnahmen oder die Preise sind so hoch, dass Unternehmen und Verbraucher unfreiwillig darauf verzichten müssen. Einige Regierungen versuchen das Unmögliche, indem sie Spritpreisdeckel oder ähnliche Subventionen beschließen, aber das wird schnell unbezahlbar, wenn die Ölpreiskrise noch länger andauert.
In Europa werden die letzten Tanker aus der Krisenregion in den nächsten Tagen erwartet. Auch hier wächst die Unruhe. Zwar bezieht die EU relativ wenig Öl vom Persischen Golf, aber die Preise gelten für alle. Ähnlich wie im Jahr 2022 gibt es erste Initiativen, um wenigstens die Übergewinne abzuschöpfen, die aus übertriebenen Preisanhebungen entstehen.
Auch in den USA sind die Preise an den Zapfsäulen stark gestiegen. Da hilft es nichts, dass das Land mittlerweile der größte Ölproduzent der Welt und netto ein Ölexporteur ist. In Washington herrscht das übliche Chaos. Der Verteidigungsminister denkt lieber über Liegestützen und Hanteltraining nach, während der Oberbefehlshaber im Oval Office in wirren Statements Zweckoptimismus und verbale Kraftmeierei verbreitet.
Sogar das Militär wird nicht mehr von Kritik verschont. Der größte Flugzeugträger der Welt musste angeblich wegen eines Brandes in der Wäscherei aus dem Kriegsgebiet abziehen. Und vier Jahre Drohnenkrieg in der Ukraine reichten offenbar nicht aus, um die Streitkräfte auf ein neues Zeitalter der Kriegsführung vorzubereiten.
Der Iran kontrolliert daher noch immer die Straße von Hormus und versetzt die Nachbarstaaten in Angst und Schrecken. Die irantreuen Huthi-Milizen im Jemen mischen sich jetzt auch wieder ein und bedrohen die Schifffahrt im Roten Meer – und damit die wichtigste Ausweichroute für saudisches Öl.
Die Trader im Ölmarkt sind nervös, aber von Panik ist nicht viel zu spüren. Viele hoffen darauf, dass der Krieg doch noch plötzlich endet und dass sich die Lage schnell wieder normalisiert. Wer Öl im Terminmarkt für den Winter bestellen will, muss im Moment nur vergleichsweise bescheidene 84 Dollar je Barrel dafür zahlen.
Wenige Minuten nach dem Börsenstart kostet Brent-Rohöl aktuell 116,31 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 101,85 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1458,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8695 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1498 Dollar.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise in Deutschland folgen den internationalen Vorgaben und legen ebenfalls zu. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von über 144 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das liegt nicht weit vom Jahreshoch entfernt, das vor wenigen Tagen erreicht wurde.
Die regionalen Preisunterschiede sind enorm und reichen von 130 bis 160 Euro je 100 Liter. Das liegt zum einen an der Bestellflaute, die das Preisniveau verzerren kann, zum anderen an den Raffinerien, die vor allem in Südwestdeutschland mit Absatzproblemen kämpfen.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher weigern sich nach wie vor, die hohen Preise zu akzeptieren. Die Zahl der Bestellungen bleibt in diesem Monat auf einem sehr niedrigen Niveau. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt, dass sich Optimismus und Pessimismus die Waage halten.
Wer ausreichende Reserven im Tank hat, kann weiter abwarten und auf eine günstige Gelegenheit hoffen. Wer aber bald nachbestellen muss, sollte abwägen, ob sich eine kleinere Order trotz der höheren Liter-Kosten lohnt oder ob es Alternativen gibt.
In diesen turbulenten Wochen gilt daher mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Quelle: esyoil