Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Das Gipfeltreffen der beiden Supermächte verläuft bisher ohne greifbare Ergebnisse für den Irankonflikt und den Ölmarkt. US-Präsident Trump meldete zwar, dass ihn Peking bei der Lösung der Krise im Persischen Golf aktiv unterstützen wolle, aber die Gastgeber bleiben vage. China profitiert finanziell von den billigen Ölimporten aus dem Iran und hat dort viel investiert. Auch geopolitisch habt China wenig Interesse daran, dem US-Rivalen einen Weg aus der selbstverschuldeten Krise zu ebnen. Trump reagiert mittlerweile frustriert. In zahlreichen Posts und Interviews drohte er in den letzten Stunden neue militärische Angriffe auf den Iran an.

Die Ölhändler sind enttäuscht. Die Rohölpreise, die im Vorfeld des Gipfels zunächst gefallen waren, ziehen heute wieder an. Brent-Rohöl kostet heute Morgen über 107 Dollar je Barrel.

Der Iran lässt im Moment mehr Tanker passieren als in den letzten Wochen. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Weitaus wichtiger sind die höheren Ölexporte aus den USA. Aber das gelingt nur auf Kosten immer schrumpfender Reserven. Im aktuellen Wochenbericht meldete das amerikanische Energieministerium (DOE) einen Rückgang der gewerblichen Rohöllager um 4,3 Mio. Barrel. Die Bestände bei Heizöl/Diesel blieben in etwa konstant, aber die Benzinlager schrumpften ebenfalls deutlich um 4,1 Mio. Barrel.

Hinzu kommt erneut ein starker Abbau der staatlichen Reserven (SPR) von 8,6 Mio. Barrel auf 384,1 Mio. Barrel. Niemand weiß genau, welcher Anteil davon tatsächlich nutzbar ist. Fast das gesamte amerikanische SPR-Öl wird tief unter der Erde in Salzkavernen gespeichert. Es kann nur mit großem Aufwand und nicht vollständig an die Oberfläche gepresst werden. Allzu lange können die USA ihre Exportoffensive nicht mehr aufrechterhalten.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -4,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,2 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

Die globale Ölkrise geht also weiter. Die Internationale Energieagentur (IEA) konstatiert in ihrem aktuellen Monatsbericht einen unverändert raschen Abbau der weltweiten Ölvorräte. Die Nachfrage nach Öl sinkt bereits spürbar, vor allem in der Petrochemie und im Luftverkehr. Die Wachstumsprognosen müssen in immer mehr Ländern gesenkt werden.

Vor dem vierten Quartal kann sich die Lage auf dem Ölmarkt nicht entspannen, so die IEA. Und auch das gelingt nur, wenn die Straße von Hormus spätestens im Juni wieder frei passierbar ist.

Kurz nach Börsenstart kostet Brent-Rohöl 107,32 US-Dollar je Barrel . Die US-Rohölsorte WTI steht bei 103,10 US-Dollar je Barrel . Rotterdamer Gasoil wird zu 1.164,25 Dollar je Tonne gehandelt . Der US-Dollar ist 0,8591 Euro wert . Der Euro steht bei 1,1638 Dollar.

Nationaler Markt

Wenig Bewegung bei den Heizölpreisen: Die Heizölpreis-Tendenz zeigt bereits seit einer Woche einen landesweiten Durchschnittspreis, der in der Nähe von 127 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter) bleibt. Erneut sorgen die sinkenden Raffineriemargen für Gasoil, das Vorprodukt von Heizöl und Diesel, für Entspannung. Sie entschärfen den Anstieg bei den Rohölpreisen.

Im Heizölmarkt ist nicht viel los. Die Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich schon seit zehn Wochen, also seit Kriegsausbruch, mit Käufen zurück. Bestellt wird nur das Nötigste.

In der täglichen Lesereinschätzung ist ein stabiler Preisoptimismus sichtbar. Zwei Drittel der Stimmen rechnen mit einem baldigen Rückgang der Heizölpreise. Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, rät dagegen schon jetzt zum Kauf. Da sich die Preise kaum bewegen, steht es im Duell zwischen Schwarmintelligenz und Mathematik nach wie vor unentschieden.

Auch wenn es im langjährigen Vergleich wenig tröstlich klingt: Die Preise für Heizöl sind im Moment niedriger als erwartet. Die internationalen Dieselmärkte konnten sich etwas stabilisieren und dämpfen jetzt die Preise im vergleichsweise kleinen Heizölmarkt. Wer also nicht mehr viel im Tank hat, sollte die Situation jetzt aufmerksam verfolgen und auf eine günstige Gelegenheit warten.

Trotzdem gilt in der aktuellen Situation noch mehr als zuvor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil