
Internationaler Markt
Die Ölpreise bleiben am Morgen in der Nähe des Jahreshochs. Brent-Rohöl kostet aktuell 113 Dollar je Barrel. Der Preis gilt für den heute auslaufenden Monatskontrakt für Öllieferungen im Mai. Knapp 107 Dollar je Barrel müssen im neuen Monatskontrakt gezahlt werden, der die Preise für Lieferungen im Monat Juni zeigt.
Deutlich fallende Ölpreise erwartet im Moment wohl kaum jemand. Ganz im Gegenteil: Die Lage im Ölmarkt spitzte sich in den letzten Stunden eher zu.
Eine iranische Drohne hat vor wenigen Stunden einen voll beladenen kuwaitischen Tanker vor der Küste Dubais getroffen. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden mittlerweile unter Kontrolle sei. Es gebe Schäden an der Außenhülle, aber es sei kein Öl ausgelaufen.
Der Vorfall macht erneut klar, dass die Straße von Hormus noch immer unter iranischer Kontrolle ist. Mehrere indische Tanker durften passieren, vermutlich gegen Zahlung erheblicher Summen. Teheran nutzt die Meeresenge mittlerweile aktiv als außen- und finanzpolitisches Instrument. Je nach Standpunkt kann man das Wegelagerei oder die Eintreibung von Reparationszahlungen nennen. Washington sieht dem Treiben bisher ratlos zu. US-Präsident Trump verkündet im Stundentakt immer wieder eine neue Strategie. Sein Verteidigungsminister, der im Auftreten eher an einen Schulhofschläger erinnert, ist nach einem Bericht der Financial Times in einen Insider-Skandal verwickelt. Demnach hat er kurz vor Kriegsbeginn hohe Beträge in Rüstungsfirmen investiert.
Auch die russischen Ölexporte sind unter Druck. Ukrainischen Drohnen gelang es in den letzten Wochen immer wieder, die wichtigen Ölhäfen Ust-Luga und Primorsk an der Ostseeküste außer Betrieb zu setzen. Auch Raffinerien weit im Hinterland konnten immer wieder in Brand gesetzt werden. Die Exportausfälle kommen für Moskau zu einem denkbar ungünstigen Moment, da der Ölpreis hoch ist und die USA die Sanktionen für Lieferungen nach Indien außer Kraft gesetzt haben.
In diesem Umfeld kommt es nicht überraschend, dass Ölexperten einen weiteren Anstieg der Preise Richtung 200 Dollar je Barrel für wahrscheinlich halten, falls der Konflikt nicht in den nächsten Wochen beendet werden kann.
Davon sind die aktuellen Preise allerdings noch weit entfernt: Brent-Rohöl kostet im Moment 113,02 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 102,58 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1366,75 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8718 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1469 Dollar.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise in Deutschland könnten heute deutlich sinken, denn die extrem hohen Preise für Gasoil, das Vorprodukt der Raffinerien für Diesel/Heizöl, haben in den letzten 24 Stunden um sieben Prozent nachgegeben.
Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 143 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist nur ein Euro weniger als gestern. Es ist also noch Luft nach unten. Bei den Dieselpreisen an den Tankstellen geht es ebenfalls nur sehr zögerlich nach unten.
Die Zahl der Bestellungen ist angesichts der hohen Preise nach wie vor gering, aber steigt leicht an. Einige Haushalte haben die Bestellung lange hinausgezögert, aber nun ist der Tank leer und sie müssen neu ordern. Auch schwindet hier und da die Zuversicht, dass die Preise wieder fallen werden. Die Lesereinschätzung zeigt in der Tat, dass die Preispessimisten jetzt wieder die Oberhand haben.
Wer nicht bestellen muss, sollte in diesen Wochen die Preisentwicklung nicht aus den Augen verlieren und auf eine günstige Gelegenheit warten. Wer auf Heizöl setzt, konnte in den letzten beiden Jahren unerwartet niedrige Preise nutzen. Jetzt geht es in die andere Richtung. Extreme Preisschwankungen sind ein Merkmal der Ölversorgung, das nicht verschwinden wird.
Im Moment gilt daher mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Quelle: esyoil