Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise gaben gestern Abend deutlich nach, nachdem die USA mit einem 15-Punkte-Plan die Tür für diplomatische Gespräche mit dem Iran einen Spalt öffneten. Doch die Lage im Nahen Osten bleibt brisant.

Das Signal, dass Washington sich in Richtung Waffenruhe bewegen möchte, konnte die Rohölpreise unter 100 Dollar drücken. Brent eröffnet die Wochenmitte bei 98,80 Dollar je Barrel. Der 15-Punkte-Plan sieht eine Demontage des iranischen Atomprogramms, ein Ende der Unterstützung verbündeter Milizen sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Die Marktteilnehmer warten nun gespannt auf die Antwort aus Teheran. Die Angriffe in der Region am Persischen Golf gehen indes unvermindert weiter. Damit sich die Ölnotierungen längerfristig unter der 100-Dollar-Marke halten können, braucht es weitere Nachrichten der Deeskalation, die sich positiv auf die Angebotslage auswirken.

Eine Lockerung der Situation in der Straße von Hormus trägt aktuell dazu bei, dass sich die Ölpreise weicher präsentieren. Iran hat der internationalen Schifffahrtsorganisation und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine freie Passage von „nicht-feindlichen Schiffen“ durch die Straße von Hormus zugesagt.

Zuletzt hatten die gemeldeten Durchfahrten durch die Meerenge bereits langsam zugenommen. Dabei werden die Schiffe nahe der Küste durch iranisches Hoheitsgewässer geleitet. Das deutet auf Absprachen mit den Anrainerstaaten und eine vom Iran kontrollierte Passage hin. Zuletzt meldete Bloomberg, dass ein irakischer Öltanker, der noch vor 10 Tagen im Persischen Golf getrackt wurde, im indischen Mumbai angekommen ist. Es ist der erste irakische Tanker, der seit Kriegsausbruch das Nadelöhr durchfahren hat.

Aktuelle Verkehrsdaten des Analyseunternehmens Windward zeigen, dass der Schiffsverkehr in der Region, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung gehen, weiterhin stark eingeschränkt ist. Demnach wurden in der vergangenen Woche lediglich 16 Durchfahrten von Schiffen registriert, deren automatische Identifikationssysteme aktiviert waren. Allerdings finden Bewegungen durch die Meerenge auch verschleiert statt. Die Besatzung schaltet ihr Tracking aus oder fährt unter der Kennung bereits verschrotteter Schiffe.

Die Notierungen an den Ölbörsen starten heute Morgen mit deutlichen Abschlägen. Das Preisniveau bleibt jedoch hoch. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 87,38 Dollar. Brent kostet 98,78 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 1186,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8617 Euro. Damit ist der Euro für 1,1603 Dollar zu haben.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben nach. Sie reagieren damit unmittelbar auf den Preisrückgang am internationalen Ölmarkt vom gestrigen Abend. Heute Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 136,40 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Die Kaufzurückhaltung unter Heizölkunden hält bislang an. Seit die Eskalation im Iran-Konflikt die Preise auch hierzulande in die Höhe getrieben hat, wird nur noch bei unmittelbarem Bedarf gekauft. Die Hoffnung auf sinkende Preise ist vorhanden, bleibt aber verhalten. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen inzwischen 68 Prozent der Befragten mit künftig fallenden Notierungen.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer ausreichend Heizöl im Tank hat, kann vorerst abwarten. Wer hingegen kurzfristig Nachschub braucht, sollte den Markt eng beobachten und zugreifen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Die jüngste Entwicklung zeigt: Die Preise reagieren immer wieder empfindlich auf die Nachrichtenlage rund um den Iran-Krieg. So abrupt die Heizölpreise steigen können, so schnell sind auch wieder Rückgänge möglich – ohne eine grundlegende Entspannung der Situation dürften diese allerdings begrenzt bleiben.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Quelle: esyoil