
Internationaler Markt
Die Rohölpreise gaben gestern zunächst weiter nach. Brent-Rohöl sank bis auf 96 Dollar je Barrel. Aus Washington, Teheran und Islamabad kamen Signale, dass eine Einigung über die ersten Schritte Richtung Frieden möglich wäre.
Die Standpunkte liegen allerdings weit auseinander. Die USA wollen zunächst die Straße von Hormus öffnen und im Gegenzug die Blockade iranischer Tanker beenden. Zentrale Fragen zum iranischen Atomprogramm sollen erst später verhandelt werden. Trump besteht auf der Übergabe des hochangereicherten iranischen Uranvorrats an die USA. Teheran lehnt das kategorisch ab. Auch verlangt Teheran Reparationszahlungen und will weiterhin die Kontrolle über den Seeverkehr in der Straße von Hormus ausüben.
Teheran kündigte eine Antwort auf die US-Vorschläge bis Freitag an. Widersprüchliche Statements deuten darauf hin, dass es im Iran heftige Machtkämpfe gibt und der Kurs zunächst intern ausgehandelt werden muss.
Wie erst jetzt bekannt wurde, stoppte Trump die militärische Eskortierung der Handelsschiffe („Project Freedom“) nicht wegen eines Verhandlungsangebots aus Teheran, sondern weil Saudi-Arabien massiv gegen das riskante Vorgehen der USA opponiert hatte. Der saudische Kronprinz drohte damit, den Luftraum für US-Jets zu sperren und die Nutzung der US-Stützpunkte für die Aktion zu untersagen. Anscheinend war Washington von diesem Widerstand so geschockt, dass Trump die ganze Aktion kurzerhand absagte.
Die Region kommt trotzdem nicht zur Ruhe. In der letzten Nacht kochte der direkte militärische Konflikt zwischen den USA und Iran wieder hoch. Offenbar griffen iranische Truppen drei amerikanische Zerstörer mit Raketen, Drohnen und Schnellbooten an. Es kam zu einem Feuergefecht. Anschließend bombardierten die USA mehrere militärische Ziele im Iran.
Mittlerweile ist die Lage am Persischen Golf auch für die Daueroptimisten unter den Öltradern zu unübersichtlich geworden. Die Ölpreise ziehen seit gestern Abend wieder an. Heute Morgen stehen die Ölpreise auf einem ähnlichen Niveau wie vor 24 Stunden.
Brent-Rohöl kostet kurz vor Börsenstart 100,12 US-Dollar je Barrel . Die US-Rohölsorte WTI steht bei 94,65 US-Dollar je Barrel . Rotterdamer Gasoil wird zu 1.170,25 Dollar je Tonne gehandelt . Der US-Dollar ist 0,8512 Euro wert . Der Euro steht bei 1,1744 Dollar .
Nationaler Markt
Die Heizölpreise treten auf der Stelle. Zu vage sind mittlerweile die Hoffnungen auf ein Ende des Irankonflikts und eine Öffnung der Straße von Hormus. Ähnlich wie gestern zeigt die Heizölpreis-Tendenz am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 127 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).
Der Heizölmarkt bleibt ruhig, wirkt aber nicht mehr so gelähmt wie in den letzten Wochen. Viele Haushalte haben ihre Bestellung nach dem Preissprung Anfang März aufgeschoben. Doch irgendwann muss der Tank wieder gefüllt werden.
Der Preisoptimismus ist dennoch ungebrochen. Vier von fünf Voten erwarten in der täglichen Lesereinschätzung fallende Heizölpreise. Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, empfiehlt dagegen, schon jetzt zu ordern.
Ein Ende der Hochpreisphase ist nicht in Sicht. Die Chancen auf eine rasche Einigung am Persischen Golf sind gering. Heute will Teheran auf das neue Verhandlungsangebot aus Washington reagieren. Aber auch eine konstruktive Antwort wäre nur der Beginn langer und schwieriger Verhandlungen zwischen einem sprunghaften und offensichtlich überforderten US-Präsidenten auf der einen und islamistischen Hardlinern auf der anderen Seite.
In der aktuellen Situation gilt daher mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Quelle: esyoil