Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Donald Trumps spontane Energiepartnerschaft mit Russland verfehlt ihr Ziel bei den Ölpreisen. Diese kommen nicht runter. Ursächlich ist die eskalierende Lage im Nahen Osten. Vor diesem Hintergrund sollte man sich nicht wundern, wenn die USA kurz vor den Zwischenwahlen sogar noch den maximal sanktionierten Iran unterstützen würden, wieder Öl in die Welt zu verschiffen.

Derzeit sind die iranischen Ölexporte über den Seeweg nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Seit Ende August wurden an den wichtigsten Exporthäfen keine Öltanker mehr gesichtet. Gleichzeitig verschärft der Iran den Druck auf die Straße von Hormus, wo die Zahl der Schiffsangriffe im Oktober deutlich gestiegen ist. Aber ein im September unterbreitetes Angebot Teherans für ein Friedensabkommen zur Beendigung des Konflikts im Nahen Osten steht noch.

Der Iran drängt darin auf eine schnelle Einigung mit den USA, um die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte, dass der damals vorgelegte Sieben-Tage-Plan weiterhin gültig sei und die Meerenge bei einer entsprechenden Vereinbarung innerhalb von sechs bis sieben Tagen vollständig geöffnet werden könnte. Als Voraussetzungen fordert Teheran die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen, das Ende der Ölsanktionen sowie die Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen in der Region. Ein zentraler Streitpunkt bleibt jedoch das iranische Atomprogramm. Während die USA deutliche Einschränkungen bei der Urananreicherung verlangen, möchte der Iran vor allem die Sicherheit der Straße von Hormus in den Mittelpunkt der Verhandlungen stellen.

Es bleibt abzuwarten, ob und wann Donald Trump auch in dieser Angelegenheit zur Wende ansetzt. Noch versucht das Weiße Haus die Ölpreise durch alternative Fakten zu bewegen. Laut Energieminister Chris Wright haben sich die Rohöltransporte durch die Straße von Hormus mit täglich 13 bis 14 Mio. Barrel wieder auf rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt. Die Versorgungsengpässe aus dem Nahen Osten seien damit weitgehend unter Kontrolle, auch wenn die Situation noch nicht vollständig stabilisiert sei. Diese Lagebeschreibung lässt sich auf Ende September datieren. Die Aktualität sieht laut diverser Quellen anders aus.

Kriegerische Attacken werden nicht nur auf Schiffe vor Hormus ausgeweitet. Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi und der saudisch geführten Militärkoalition verschärft sich ebenfalls. Nach eigenen Angaben haben die Huthi erneut saudische Energieanlagen und Flughäfen angegriffen, darunter einen Aramco-Standort in Yanbu, das Ölfeld Shaybah sowie die Flughäfen in Riad und Abha. Eine unabhängige Bestätigung der Angriffe liegt bislang zwar nicht vor. Dennoch verstärken die Meldungen die Unsicherheit am Ölmarkt und die Sorgen um die Energieversorgung aus der Region.

Chris Wright beschwichtigt derweil mit dem Verweis auf ausreichende Raffineriekapazitäten und Ölreserven in den USA. Zur weiteren Entlastung der Energiemärkte plane Washington die Freigabe von rund 17 Mio. Barrel Rohöl aus strategischen Reserven. Zusätzlich sollten internationale Reservefreigaben von über 100 Mio. Barrel sowie Gespräche mit Europa über eine Ausweitung der Dieselversorgung zur Stabilisierung der globalen Kraftstoffmärkte beitragen. Last but not least gestatten die USA nun den Verkauf sanktionierter Tankerschiffe und ihre Rückführung ins reguläre Geschäft, um dem Engpass der Transportkapazitäten entgegenzuwirken.

Derartige Meldungen haben keinen nachhaltigen Einfluss auf die Ölpreise. Die halten ihr hohes Niveau. Rohöl Brent ist immer noch 53 Prozent teurer als am Vorabend des amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran. US-Rohöl WTI ist 55 Prozent teurer, europäisches Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, ist 96 Prozent teurer und Heating Oi in den USA kostet 86 Prozent mehr als vor dem Krieg. Daran wird sich nach heutiger Lage der Dinge alsbald nichts Nennenswertes ändern. An der Bröse tendieren die Notierungen heute Morgen moderat aufwärts, nachdem sie gestern bereits mehrheitlich zugelegt haben.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 105,01 Dollar und das Barrel Brent zu 110,56 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.480,00 Dollar. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8904 Euro Damit kostet der Euro 1,1228 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich wieder aufwärts, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben in gedämpfter Weise. Der Verlauf scheint wie befürchtet an der unteren Begrenzungslinie des kurzfristigen Aufwärtstrends abzuprallen und aufzusteigen. Das geschah in ähnlicher Weise bereits vor zwei Wochen. Es gibt wenig Anlass, diesmal ein anderes Verhalten zu erwarten. Deshalb sollten Heizölkunden vorerst mit kleinen Preisverbesserungen zufrieden sein. Hinsichtlich der Frachtkosten auf dem Rhein gibt es leider auch keine nennenswerten Fortschritte. Die Pegel der Wasserstraße kommen allenfalls in homöopathischen Dosen hoch. Die Aufschläge für die meisten Zielhäfen liegen weiterhin jenseits von 200 Prozent.

Im Binnenmarkt ist die Nachfrage angezogen, ohne Anspannung zu erzeugen. Die Hoffnung auf fallende Preise existiert, ohne einen Anschein von Euphorie zu erwecken. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem uninspirierten Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Quelle: esyoil