
Internationaler Markt
Es riecht nach Eskalation im Nahen Osten. Dem erwarteten Furor zum Trotz halten sich die Ölpreise aber an der Grundlinie ihrer gegenwärtigen Seitwärtsbewegung fest. Ein fulminanter Ausreißversuch wurde im gestrigen Tagesverlauf souverän vereitelt. Meldungen über ein Ende der jüngsten iranischen Militäraktion gegen Israel und zusätzliche Ölexporte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) machten das möglich.
Der Iran erklärte seine Vergeltungsaktion auf die israelischen Angriffe vom Wochenende für beendet. Er drohte jedoch mit deutlich schärferen Gegenmaßnahmen, falls Israel weitere Angriffe auf iranische oder libanesische Ziele durchführen sollte. Eine gewisse Zurückhaltung Israels bei der erneuten Vergeltung vermochte den Geist der vom Iran versuchten Beruhigung zu erhalten und die Sorge vor einer unmittelbaren Eskalationskaskade zu dämpfen.
Die Abu Dhabi National Oil Company hat in der vergangenen Woche mindestens 14 Mio. Barrel Rohöl aus den VAE für die Verladung zwischen Juni und August an asiatische Abnehmer verkauft. Um Risiken in der Straße von Hormus zu vermeiden, soll das Öl außerhalb der Meerenge bereitgestellt werden. Dafür werden unter anderem Pipelines nach Fudschaira sowie geheime Ship-to-Ship-Transfers über den Oman genutzt. Trotz des höheren logistischen Aufwands konnte das Öl mit geringen Aufschlägen angeboten werden.
Die Stimmung zwischen Israel und Iran erscheint zwar etwas entspannter, die Lage am Persischen Golf ist es aber nicht. Die gegenseitigen Blockaden von Iran und USA werden fortgesetzt. Damit bleibt die Schifffahrt weiterhin hohen Risiken ausgesetzt. Im Golf von Oman setzte das US-Militär beispielsweise einen unbeladenen Öltanker außer Gefecht, weil dieser einen iranischen Hafen anlaufen wollte und dabei Anweisungen der Streitkräfte missachtet hatte. Dabei brach an Bord ein Feuer aus. Verletzt wurde jedoch niemand.
Der Iran hält an seinem Plan fest, für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus künftig Gebühren zu verlangen. Die wichtige Wasserstraße soll zwar offenbleiben, aber unter neuen Bedingungen, die gemeinsam mit Oman festgelegt werden. Schiffe müssten demnach für bestimmte Dienstleistungen und die Passage zahlen. Die USA lehnen dieses Vorhaben entschieden ab. Präsident Trump betont, dass die Straße von Hormus ein internationales Gewässer sei und keinem einzelnen Staat unterliegen dürfe.
Da die Positionen beider Seiten weit auseinanderklaffen und es auch bei anderen Streitpunkten keine Fortschritte gibt, erscheint ein Friedensabkommen zwischen den USA, Iran und Israel zunehmend unwahrscheinlich. Am Ölmarkt hält man sich heute Morgen indes an der Hoffnung fest, dass es angesichts der gerade geglückten Eskalationsvermeidung zwischen Israel und Iran eine Chance auf einen Deal geben müsste. Der US-Präsident scheint davon sogar überzeugt zu sein. Er verspricht seit Wochen, dass die Einigung so gut wie erreicht ist.
Die Börsen setzen ihren gestern aufgenommenen Abwärtspfad heute Morgen fort. Die Kontrakte auf Rohöl und auf Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, notieren zur Stunde unter den Vortagskursen.
Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 89,25 Dollar und das Barrel Brent zu 92,55 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.046,50 Dollar. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8663 Euro. Damit kostet der Euro 1,1541 Dollar
Nationaler Markt
Die Heizölpreise drehen heute Morgen schon wieder, nun aber abwärts, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das entspricht den internationalen Vorgaben. Der kurzfristige Abwärtstrend bleibt uns damit erhalten. Für den weiteren Gang der Dinge gibt es die Möglichkeit, dass dieser kurzfristige Trend zum Trendsetter wird und die Trends der anderen Zeitbereiche mitzieht oder dass er von den Aufwärtstrends der anderen Zeitbereiche geschluckt wird. Was es wird, ist nicht vorhersehbar, schon gar nicht unter den gegenwärtigen geopolitischen Bedingungen.
Im Binnenmarkt ist das Interesse an Heizöl in diesen Tagen gering. Etwas besser ist es um die Hoffnung auf tiefere Preise bestellt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf niedrigem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem unprätentiösen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.
Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Man wird sich leider für längere Zeit an das erhöhte Preisniveau gewöhnen müssen. Deshalb sei daran erinnert, dass die Bestellung einer Teilmenge, immer eine Option zum Volltanken ist.
Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.
Quelle: esyoil